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Breathwork: Wenn der Kopf brennt.

  • Autorenbild: Oliver Lilienthal
    Oliver Lilienthal
  • vor 11 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Wie bewusste Atemarbeit dabei helfen kann, wieder mehr Ruhe, Klarheit, Energie und Präsenz zu spüren.

Breathwork kann helfen, innere Unruhe zu reduzieren und wieder mehr Ruhe, Klarheit und Präsenz zu spüren.


Mann entspannt nach Breathwork und findet Ruhe und Klarheit

Es ist Dienstagabend. Er kommt nach Hause, stellt seine Tasche in den Flur und setzt sich an den Küchentisch.

Sie: „Alles okay?“

Er: „Ja.“

Sie: „Du siehst aber nicht so aus.“

Er: „Ich bin einfach müde.“

Sie stellt ihm ein Glas Wasser hin.

Sie: „Du bist seit Wochen müde.“

Er: „Ist halt gerade viel.“

Sie: „Auf der Arbeit?“

Er zuckt mit den Schultern.

Er: „Arbeit. Zuhause. Alles irgendwie.“

Kurze Pause.


Sie: „Und was ist mit dir?“

Er schaut sie an.

Er: „Was soll mit mir sein?“

Sie: „Genau das meine ich.“

Er lehnt sich zurück.

Er: „Keine Ahnung. Ich funktioniere eigentlich nur noch.“


Da ist dieser Satz.

Ich funktioniere nur noch.

Er arbeitet. Er erledigt seine Dinge. Er beantwortet Nachrichten. Er kümmert sich. Von außen läuft sein Leben.

Nur innen läuft es ebenfalls.

Ununterbrochen.


Wenn der Körper längst müde ist, aber der Kopf weitermacht

Sie: „Was machst du denn, wenn du Feierabend hast?“

Er: „Ich versuche abzuschalten.“

Sie: „Und klappt das?“

Er lacht kurz.

Er: „Offensichtlich nicht.“

Sie: „Woran denkst du gerade?“

Er: „An morgen. An das Gespräch um zehn. An die Rechnung, die noch rausmuss. Und daran, dass ich eigentlich nicht mehr darüber nachdenken will.“


Sein Körper sitzt am Küchentisch. Sein Kopf ist längst wieder beim nächsten Tag.

Genau diesen Zustand kennen viele Menschen: Es fehlt nicht unbedingt an Schlaf. Es fehlt an wirklicher Ruhe.

Nicht nur Ruhe im Außen.

Sondern dieser Moment, in dem der Körper nicht mehr unter Strom steht und der Kopf nicht jede Minute kommentieren, planen oder kontrollieren muss.


Und was soll Atmen daran ändern?

Ein paar Tage später sitzt er bei mir.

Er: „Ich sage es gleich: Mit Atmen kann ich eigentlich nicht viel anfangen.“

Ich: „Gut.“

Er schaut mich irritiert an.

Er: „Gut?“

Ich: „Du musst auch nichts davon halten. Du musst nur atmen können.“

Er lacht.

Er: „Das kriege ich gerade noch hin.“


Genau darum geht es bei Breathwork nicht: möglichst viel zu verstehen.

Für einen Moment darf der Kopf seine gewohnte Führungsrolle abgeben.

Die Atmung verändert sich. Der Körper reagiert. Spannung wird deutlicher wahrnehmbar. Gefühle, Müdigkeit oder innere Unruhe, die im Alltag ständig übergangen werden, bekommen Raum.

Und irgendwann kann etwas entstehen, das sich durch Nachdenken allein oft nur schwer herstellen lässt:

Ruhe. Klarheit. Energie. Präsenz.

Nicht als vier schöne Begriffe.

Sondern als körperlich spürbare Erfahrung.


Nach der Sitzung

Am Abend kommt er nach Hause.

Sie sitzt auf dem Sofa und schaut auf, als er hereinkommt.

Sie: „Und? Wie war dein Atmen?“

Er zieht die Jacke aus.

Er: „Seltsam.“

Sie: „Das klingt überzeugend.“

Er grinst.

Er: „Nein, wirklich. Seltsam gut.“

Er setzt sich neben sie.

Sie: „Was war anders?“

Er überlegt.

Er: „Mein Kopf ist gerade still.“

Sie schaut ihn an.

Sie: „Dein Kopf? Still?“

Er: „Ja. Ich weiß selbst nicht, wann das zuletzt so war.“

Kurze Pause.

Sie: „Und wie fühlst du dich?“


Diesmal kommt die Antwort nicht sofort.

Er spürt kurz hin.

Er: „Wach.“

Sie: „Du warst doch vorher völlig fertig.“

Er: „Genau. Aber nicht aufgedreht. Einfach … klar.“

Sie lehnt sich zurück.

Sie: „Und denkst du schon wieder an morgen?“

Er schaut sie an.

Er: „Nein.“

Sie: „An die Rechnung?“

Er: „Nein.“

Sie: „An das Gespräch um zehn?“

Er lächelt.

Er: „Jetzt hör auf.“


Zum ersten Mal seit langer Zeit sitzt er einfach da.

Nicht beim nächsten Termin.

Nicht bei der nächsten Aufgabe.

Nicht bei dem, was noch erledigt werden muss.

Sondern genau dort, wo er gerade ist.


Was sich durch eine Breathwork-Sitzung verändern kann

Breathwork löst nicht automatisch das Leben.

Die Arbeit bleibt. Die Rechnung bleibt. Das Gespräch am nächsten Morgen findet trotzdem statt.

Aber der innere Zustand kann sich verändern. Aus ständigem Denken kann wieder Klarheit entstehen. Aus innerer Anspannung kann Ruhe werden.

Aus Erschöpfung kann wieder Energie auftauchen.

Und aus dem ständigen Leben im nächsten Moment kann etwas zurückkommen, das viele Menschen kaum noch kennen:

Präsenz.

Vielleicht ist genau das manchmal der entscheidende Unterschied.

Das Leben wird nicht plötzlich leichter.

Aber du bist wieder da.


Genau darum geht es bei Breathwork nicht: möglichst viel zu verstehen.


„Breathwork verändert nicht dein Leben für dich. Aber es kann verändern, wie du den Dingen begegnest.“



Ich wünsche dir für deinen Alltag und dein Berufsleben mehr Leichtigkeit, mehr Luft zum Durchatmen und immer wieder Momente, in denen du einfach ganz bei dir bist.


Oliver Lilienthal

 
 
 

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